Burma

Indien – Andrah Pradesh

Indien – Gujarat

Neben dem Geringsing in Bali zählt der Patola zu den wertvollsten Doppelikats und wird heute auch nur noch in Patan, einer Stadt im Bundesstaat Gujarat an der Grenze zu Rajasthan in Indien von, der Familie Salvi hergestellt. Das Material ist ausschließlich Seide und die Salvis verwenden natürliche Farbstoffe.
Der Patola war früher ein gefragter Exportartikel, vor allem in den indonesischen Raum. Daher findet man dort sehr oft den direkten Einfluss des Patolas.

Indien – Orissa

Dieser Bundesstaat im Osten von Indien – mit etwa 43 Millionen Einwohnern aber nur etwas größer als Österreich –war für mich auf der Suche nach Ikats eine Offenbarung. Sambalpur und Sonepur, zwei Städte im Westen des Landes, sind die Zentren der Textilverarbeitung – insbesondere der Ikatproduktion. Daneben findet man in kleinen Dörfern, zum Beispiel in Nuapatna, südlich der Hauptstadt Bhubaneswar, viele Familien, die noch für den Eigenbedarf Saris und Tücher herstellen.
Odisha kann man als wahres Eldorado des Ikats bezeichnen. Bis heute werden die Ikatsaris bei den täglich stattfindenden Prozessionen in Puri, einem der wichtigsten Wallfahrtsorte des Hinduismus, getragen. Es ist eine wahre Farbenpracht.
Museumsstücke der Ikat-Technik fertigt die Familie Meher in Bhubaneswar an. Sie verwendet ausschließlich Naturfarben und sorgt zum Beispiel mit eingewebten Gedichten für Erstaunen unter den Experten.
Die Bedeutung der Ornamentik im alltäglichen Leben der Bewohner von Odisha zeigt sich auch darin, dass sie die Wände ihrer Lehmhütten skizzenhaft mit Motiven verzieren, die sich bei den Ikats wiederfinden.

Indonesien – Bali

In dem alten Agadorf Tenganan werden sehr aufwendige Geringsing-Tücher als Doppelikat hergestellt, das heißt die Musterungen werden vor dem Weben auf Kette und Schuss durch Abbinden aufgebracht. Das Gemeinsame all dieser Textilien sind die gedämpften Farben von Rot bis Rotbraun, Ecru und Schwarzblau. Das Material ist Baumwolle in lockerer Leinwandbindung gewoben. Die Musterung wird aus floralen, geometrischen Motiven und abstrakten Wayang-Figuren gebildet.
Die Geringsing-Tücher werden als Ritualkleidung im Dorf Tenganan auch heute noch verwendet. Sie sollen zudem eine magische Qualität besitzen und Dorf und Bewohner vor Gefahren und schädlichen Einflüssen schützen. Angeblich haben die Hohepriester vom Muttertempel Besakih schon vor langer Zeit Geringsing-Tücher bei den Zeremonien getragen. Daher sehen sich die Priester von Tenganan verpflichtet, das Erbe von Besakhi weiter zu pflegen.
Eine der bekanntesten Tuchformen ist der Wayang-Typus. Das Zentrum bildet ein vierstrahliger Stern mit dem zinnenförmigen „kota mesir“ (=ägyptische Stadt). In den angrenzenden Segmenten werden Wayang-kulit-Figuren in Zweier- und Dreiergruppen dargestellt.