CordulaGeorg
Cordula Hofmann-Molis / Georg Wengler        

Cordula Hofmann

Es war ein Schlüsselerlebnis, als Georg Wengler für mich Sätze über Liebe und Hoffnung und Zeit in mathematische Kürzel übersetzte. Das Ergebnis  ist an der Wand zu sehen. Danach hat mich die Idee Mathematik mit textilen Arbeiten zu verbinden nie mehr losgelassen. Eigentlich gehören Zahlen und Wiederholungen in textilen Arbeiten zur Selbstverständlichkeit. Jede Masche wiederholt sich tausendfach um eine Fläche erstellen zu können.
Mit dieser Grundidee der Fläche und dem darin enthaltenen Gesetz der Mathematik haben mich die Platonischen Körper in Bann geschlagen.
Ich konnte gar nicht mehr aufhören die Vielfalt der Möglichkeiten zu bewundern.
Mit Hilfe des Mathematikers Georg Wengler, der mir  Schritt für Schritt die genaueren Zusammenhänge zu erklären versuchte, habe ich sie mit textiler Technik in Form gebracht.
Und ein wenig schmunzeln soll bei all den Fakten auch sein, dieses Schmunzeln ist in den „platonischen, geschlechtslosen weissen Körpern“ zu sehen, die nur noch die Platonischen Körper im Kopf haben.

Georg Wengler

transformiert Zahlen und Geometrie in textile Strukturen. Die Keilschrift der Sumerer mustert eine vertikale Stofffahne, auf der das 60er-System ablesbar ist, das noch heute in unserer Zeit- und Winkelmessung überliefert ist. Von Dürers „Melencolia I“ ist ein magisches 4x4-Quadrat bekannt, in dem alle Zeilen und Spalten sowie die beiden Diagonalen stets die gleiche Summe besitzen. Eine solche Zahlenspielerei  ist mit dem Punkt-Strich-System der Mayas auf einer zweiten Stoffbahn in Gestalt eines sog. bimagischen 9x9-Quadrats codiert. Auf einer dritten Stoffbahn ist im Blaudruck das raffinierte Stäbchensystem aufgebracht, das von der hochentwickelten asiatischen Kultur zeugt und vor allem in China, Korea und Japan im 1.Jt .v.Chr. verwendet wurde.
„Primzahlpoesie“ nennt sich jene verstofflichte Würfelkonstellation, die einerseits zeigt, wie die Primzahlen unregelmäßig im Gelände der ganzen Zahlen verankert sind, andrerseits aber stets Nachbarn von Vielfachen von Vier sind und diesbezüglich in zwei Klassen geteilt werden können. Eine Primzahl, die bei Division durch 4 den Rest 1 lässt, kann nämlich stets als Summe zweier Quadrate  geschrieben werden, die anderen bis auf 2 alle nicht.
Als Schnurquilt ist ein Netz-Diagramm mit Triangulation materialisiert und rhythmisiert die eine Wand des Ausstellungsraums. Aus Glasbatist sind sog. Rhombendodekaeder gefaltet und vernäht. Im Schaufenster sind sie unterschiedlich komponiert – hexagonal oder quadratisch. Mit ihnen kann der Raum lückenlos parkettiert werden – eine besondere Eigenschaft, die sonst nur der Würfel hat. Sie können auf verschiedene Weise volumsmäßig halbiert werden. Bei einer Art entstehen die sechseckigen Bienenwaben als effiziente Form der Raumnutzung. Dass man dieses Rhombendodekaeder einerseits aus einem Würfel andrerseits aus einem Oktaeder durch Aufsetzen von Pyramiden an den Seitenflächen erzeugen kann, stellt letztlich auch die Verbindung zu den platonischen Körpern von Cordula Hofmann dar.

Die kleine Auswahl spannt sich also von den Zahlen über die zweidimensonale Fläche bis zur dreidimensionalen Geometrie.

Aufgelockert wurde die Ausstellungseröffnung mit einer Lesung von Schauspieler Werner Friedl mit Texten von P.Gruber


 



"Textil und Mathematik"
Cordula Hofamnn-Molis und Georg Wengler
Bilder der Ausstellung
Sätze über Zeit, Liebe, Hoffnung
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Textil
und
Mathematik
vernissage
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Rhombendodekaeder
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hexagonal
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quadratisch
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Primzahlpoesie
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Bilder zur Vernissage
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Lesung
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