Das Verfahren von blockprinting
nach Dr. Ismail Mohammad Khatri, Bhuj, Gujarat in Indien

1
Das Tuch wird erst gewaschen,  um Impregnierungsreste zu entfernen.  Unter Umständen  kann eine Dampf-Behandlung erforderlich sein. Dann wird das Tuch in eine Lösung  aus Rizinusöl, Sodaasche und Kameldung eingelegt. Dies wird saaj genannt. Diese lässt man über Nacht einwirken. Am nächsten Tag wird das Tuch zum Trocknen in die Sonne gelegt. Sobald es halbtrocken ist, wird es wieder in die Lösung aus Rizinusöl, Sodaasche  und Kamel Dung gelegt. Saaj und das darauffolgende Trocknen wird solange wiederholt (7 – 9 mal), bis das Tuch schäumt, wenn es gerieben wird. Dann wird es im klaren Wasser gewaschen.
2
Das Tuch wird in einer kalten Lösung aus myrobalan (pulverisierte Nuss des harde Baumes) gefärbt. Dieser Abschnitt wird  kasanu genannt.  Das Textil wird nun in der Sonne zum trocknen aufgelegt.  Soll das Textil auf beiden Seiten bedruckt werden, so wird es während des Trocknens gewendet damit die Sonne auf beiden Seiten einwirkt. Das myrobalan Pulver wird nun abgebürstet.
3
Eine Mischung aus Kalk  und Gummiarabikum  wird aufgedruckt  und so das Musters  festgelegt.  Dieses Muster wird rekh genannt.
4
Das Muster (Rekh) wird auf beiden Seiten des Stoffes aufgetragen.
5
Eine Paste aus Rost (Hufeisen o.ä.), jaggery (rohes Zuckerrohr) und besan (Graham Mehl) wird fermentiert, dies dauert bei heißem Wetter eine Woche, in der kalten Saison zwei Wochen. Wenn ein gelber Schaum an die Oberfläche steigt,  ist die Mixtur  gebrauchs­fertig.
Die Flüssigkeit (”Eisenwasser”) wird  abgeseiht  und ein Pulver aus Tamarindensamen  beigemengt. Das Eisenwasser und das Tamarindenpulver werden gut gemischt und eine Stunde lang gekocht. Die daraus entstandene Eisenpaste (kat) wird auf den Stoff aufgedruckt. Die Farbe ist schwarz.
6
Das Pulver aus Tamarindensamen wird mit Alaun (Aluminium Sulfat) vermischt und eine Stunde gekocht, um eine Druckpaste für die roten Muster herzustellen.  Ein kleiner Anteil des flüchtigen Farbstoffs (fugitive dye – ein Farbstoff, der sich später verflüchtigt, benutzt bei Textilfärbung) wird beigemengt, um die Eintragung beim Druck zu unterstützen. Traditionell wurde geru (roter Lehm) verwendet, aber nun werden meistens chemische Farben verwendet. Der Druck der alum-Paste wird kan genannt.
7
Für grossflächige rote Flächen wird eine Paste aus Hirsemehl, rotem Lehm und Gummiarabikum aufgedruckt. Zur  gleichen Zeit wird ein Muster mit Kalk und Gummiarabikum aufgedruckt. Dieser kombinierte Schritt  wird gach genannt. Dann wird Sägemehl auf die bedruckten Flächen gestreut, um Verwischen und Verlaufen  zu vermeiden.  Nach dem gach-Druck lässt man das Tuch ein paar Tage natürlich trocknen. Die Paste, die man für gach verwendet, wird aus lokalem Lehm, Hirsemehl und Alaun hergestellt. Das Hirsemehl wird gekocht, dann werden Lehm und Alaun beigemischt und die Paste wird gefiltert,  bis die gewünschte Konsistenz für den Druck erreicht ist.

Das Stoff wird in Indigo (bodaw)gekocht. Um eine Indigo-Tunke herzustellen, wird natürliches Indigo, Sagikhar (ein Salz), Kalk, Casiatora (Samen der kuwada Pflanze) und Wasser in einem Tontopf, Pflastikfass oder Betontrog vermischt und einen Monat lang fermentiert. Manchmal wird Jaggery beigefügt, um die Fermentierung zu unterstützen. Die Tunke ist fertig,  wenn es eine gelbliche Farbe (beste Qualität)oder grünliche Farbe (mittlere Qualität) erreicht hat. Dieser Tunke werden, je nach Notwendigkeit,  Indigo, Wasser und Jaggery beigemengt, um die gewünschte Färbstärke beizuhalten. Eine schnellere Alternative ist,  eine Lösung aus Indigo, Ätznatron und Hydrosulphat herzustellen, die in ein bis zwei Tagen gebrauchsfertig ist.
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Das Tuch wird unter laufendem Wasser gespült und in der Sonne zum Trocknen aufgelegt. Dieser Schritt wird vichharnu genannt.
10
Traditionell ist diese Phase madder (Krapp)oder al Färbung, je nach Vorhandensein der Färbstoffe. Das Tuch wird in einer Lösung aus tamarin (vom dhwari Baum) und Krapp­wurzelpulver oder al-Wurzelpulver gekocht, dann gewa­schen und in der Sonne getrocknet. Für manche Ajrakh kann Alizarin (Synthetisches Krapp) verwendet werden. In diesem Fall wird das Tuch in einer Lösung aus Alizarin und Tamarix-Pulver gekocht. In allen Fällen wird das Tuch nach dem Färben gewaschen und in der Sonne getrocknet. In dieser Phase (rang) entstehen die roten und schwarzen Flächen des Musters und die aufgedruckten Flächen erscheinen in weiß.
11
Gach (Alaun Druck ,siehe 7) wird wiederholt. Danach lässt man das Tuch einige Tage ruhen. Dies wird minakari genannt (aus dem Persischen, bezieht sich auf Emaillierung, aber in Kachchh bedeuted es Doppelarbeit).
12
Zweite Indigo Färbung (bodaw). Das Tuch wird anschliessend in der Sonne getrocknet.
13
Die Textilie wird unter laufendem Wasser gespült und dann flach in der Sonne getrocknet (vichharnu).
14
Rang Phase (Phase 10) wird wiederholt.

Grünes Ajrakh
Ursprünglich ist Kachchhi Ajrakh hauptsächlich ein blaues Tuch, doch die Familie von Khatri Mohammad Siddik hat einen grünen Ajrakh entwickelt. Diese wird im Schritt 1 bis 10 gleich erstellt, Schritt 11 bis 14 laufen wie folgt ab:
11a
Aufdruck (Kalk und Gummiarabikum) für die weißen Flächen.
12a
Das Tuch wird flach in der Sonne getrocknet. Granatäpfelschalen werden gekocht und die daraus resultierende Flüssigkeit wird auf das Tuch gesprüht. Dann wird es flach in der Sonne getrocknet. Dieser Schritt wird zweimal wiederholt.
13a
Eine Lösung aus Kurkuma (Gelbwurz) und Kalk wird aud das Tuch gesprüht.
14a
Das Tuch wird in einer Lösung aus Alaun gefärbt und dann in klarem Wasser gewaschen und dann getrocknet.

Stoffdrucke
aus der Sammlung Aichhorn
Processing
   
Herstellungsprozess
Schal
Schal Schal
Schals
  Tuch Tuch
Tücher
Kalamkari Kalamkari  
Kalamkaris
Schultertuch Schultertuch  
Schultertuch
Tischtuch Tischtuch  
Tischtuch - Isfahan