Portrait Heide Pichler


Ich habe diese Arbeit unter drei Aspekten begonnen:

Der erste Aspekt war das Naheverhältnis der Kleidung zum Körper - sie ist ihm in einem zeitlichen und räumlichen Ausmaß näher als irgend etwas anderes in seiner Umgebung und zweitens spiegelt sie gesellschaftliche Aspekte wie Mode, soziale Stellung und Zugehörigkeiten wider. Sie ist Ausdruck einer Haltung dem Leben und der Gesellschaft gegenüber. Der dritte und mir wichtigste Aspekt war die Zeit, die Vergänglichkeit.
Nicht nur in der Mode manifestiert sich die Zeit sondern auch in der eigenen Erinnerung, oft auch gebunden an das Gewand, das man trug. So manche erlebte Situation bleibt – gemeinsam mit anderen Sinneseindrücken wie Gerüchen, Begegnungen, Emotionen etc. – an das getragene Kleidungsstück gebunden. Die gegenseitige Formung von Körper und Kleidung ist stark, meist prägt aber der bewegte Körper die Kleidung in ihrer Form, die Kleidung ihrerseits erzeugt das Bild von einem Menschen. Alle meine getragenen Kleidungsstücke haben eine eigene Geschichte und sind stumme Zeugen von erlebten Situationen und Epochen meines Lebens.
Die Kleidungsstücke verwandelten sich unter meiner Hand und wurden neue eigenständige Geschöpfe – Objekte. Sie sind wie Metaphern meiner Erinnerung, die sich sicherlich über die Zeit hinweg ebenso verändert hat. Manchmal haben sie mit dem tatsächlich Erlebten nur mehr wenig zu tun, einige bekamen über diese Transformationen assoziative Namen, die ihrer Form und meiner Erinnerung entsprechen. So verwehre ich der Vergangenheit die Vereinnahmung.
Ich veränderte den Raum, den mein Körper einst eingenommen hat. Oft habe ich gestaunt, wie häufig ich das ausrangierte Kleidungsstück getragen habe und wie gut es mich über Jahre bekleidet und begleitet hat.
Ein weiterer Aspekt, der im Tun auftauchte, war die verschobene Proportion, die Verdrehung des Körpers, eine manifestierte Haltung oder Bewegung. Das Hineinschlüpfen wird verweigert, der Raum und die Öffnungen sind zu klein oder an unsinnigen Stellen, könnte man aber hineinschlüpfen, es wäre unmöglich zu tragen …

Heide Pichler

Laufbahn

(ge)wandelbar

WENDEN - das GEWENDETE

Objekte1

SERIE 1

 
Objekte1
SERIE 2
 
Gottesanbeterin Gottesanbeterin Herzschmerz Herzschmerz
 
OneNichtStand01 OneNightStand02  
One-Night-Stand
 
Spitzenleistung Spitzenleistung Lust und Laune
im Winter
Lust Und Laune im Winter