ichhorn mit  bürgermeisterGäste
Vernissage am 11.Juli 2008

Reservageverfahren sind Stoff-Musterungstechniken, bei denen ein Teil des Stoffes durch Abschnüren, Abklemmen, Wachs, Paste abgedeckt wird, sodass keine flüssige Stofffarbe eindringen kann.
Nach dem Färben werden die Reservierungsmittel (Schnüre, Fäden, Wachs, Schlamm...) entfernt, so dass das Muster hell zum Vorschein kommt. In Ausnahmefällen wird ein dunkler Stoff reserviert und danach der Hintergrund durch Entfärben aufgehellt (z.B. bei indischen Turbantüchern).
Je nach Art der Reservagetechnik entstehen verschiedene charakter-istische Muster.

Plangi

Spezielle Reservagetechniken:
"
Plangi" heißt auf malaisch „bunt“ oder „ausgesparter Fleck“.
"Bandhani" In Indien heißt die selbe Technik „bandhani“ vom nordindischen Wort „band“ = binden.
In Japan spricht man von „ne-maki-shibori“.Bei dieser Reservagetechnik werden die zu reservierenden Stellen des Stoffes mit Fäden, Schnüren oder auch Gummiringerl abgebunden. Häufig wird nicht nur der Faden um einen Stoffzipfel gewickelt, sondern es wird ein Stein, eine Bohne, eine Kaurimuschel mit eingebunden. Dadurch wird die Größe des entstehenden Musters mitbestimmt. Nach der 1. Färbung werden meist zusätzliche Stellen abgebunden und danach wird eine 2. und 3. Färbung vorgenommen. Diese Technik kommt in den verschiedenen Ländern der Erde vor, die Unterschiede liegen in der Genauigkeit und Dichte der Abbindungen. Die älteste japanische Shibori-Textilie ist aus dem 8.Jhdt.
Die ältesten südamerikanischen Textilien, die in Abbindetechnik gemustert wurden, stammen aus Gräbern der Indianer Altperus aus dem 6.-8. Jahrhundert.
Schon sehr früh wurde die Technik in Indien angewandt, Beispiele findet man auf historischen Fresken (Ajanta, ca. 1.Jhdt. p.C.). Älteste Funde aus Indien und Java  stammen aus dem  6. und 7. Jhdt. n.Chr. Rajastan und Gujarat in Nordwest- Indien sind heute noch Zentren dieser  hochwertigen Textilkunst. 
Als Grundstoff wird vorwiegend dünne Stoffe aus Seide und Baumwolle verwendet, damit einerseits die kleinen Zipfel oder Köpfchen leichter abgebunden werden können und andererseits die Farbe beidseitig gut einziehen kann. Bei gröberen Grundstoffen wie Wolle, Hanf, Leinen, Leder, Filz usw., werden die entstehenden Muster entsprechend größer. Die japanischen Muster in Abbindetechnik sind äußerst fein und exakt gearbeitet. Manche der indischen Reservagemuster sind ebenso fein wie die japanischen, nur sind die Muster etwas freier gesetzt.
In Indien werden auch Tücher verkauft, bei denen die Abbindefäden noch nicht aufgetrennt sind, sodass man die Art der Technik gut nachvollziehen kann.
Die afrikanischen Abbindemuster sind meist großflächiger und auf gröberen Stoffen gearbeitet. Ein moderner japanischer Trend ist es, die Abbindestellen nicht auszubügeln, sondern sie in Form zu fixieren,  sodass interessante reliefartige Oberflächen bestehen bleiben. Diese Effekte werden vor allem von japanischen Modeschöpfern genutzt.

"Shibori" ist die japanische Bezeichnung für alle Textiltechniken, bei der die Stoffe durch Falten,  Abbinden, Abklemmen oder Abnähen reserviert und anschließend gefärbt werden.
"Tritik" ist die japanische Abnähtechnik, bei der mit der Hand dem gewünschten Muster entsprechend Vorstiche genäht werden, die man im Anschluss sehr fest zusammenzieht. Dort wo die Naht ist, kann die flüssige Farbe nicht in den Stoff eindringen. Nach der Färbung werden die Nähte aufgetrennt und das Muster kommt zum Vorschein.
"Adire Alabere"  ist eine dem Tritik vergleichbare Abnäh-Technik aus Afrika. Der Stoff wird zuerst gefaltet und danach  meist mit der Nähmaschine linear abgenäht. Nach der Färbung werden die Maschinennähte vorsichtig aufge-schnitten.

Brigitte Sindinger-Leben

PUNKTGENAU
Plangis aus verschiedenen Ländern und Kulturen
Sammlung Ferdinand Aichhorn
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