Cordula Hofmann-Molis
Cordula Hofmann-Molis

Ich hatte mir das Mundstück eines Fagotts oder einer Oboe nie genau betrachtet, wie man so vieles nur oberflächlich wahrnimmt und die Funktionstüchtigkeit einer Sache als selbstverständlich annimmt. Aber dann war die Gelegenheit dieses kleine Element, das für einen Ton besonderer Art zuständig ist, näher zu betrachten.
Textil… war der erste Gedanke - wie ist diese Wickelung doch schön.
Orient… war der nächste Gedanke. Ein Turban, nicht zu übersehen.
Kommt das Instrument vielleicht aus dem Orient?
Nach verschiedenen Recherchen konnte das aber nicht eindeutig geklärt werden.
Turban, was bedeutet das für die westliche und die östliche Welt.
Welche gedanklichen Verbindungen entstehen, wenn man zugleich einen Titel wie F.A.GOTT für eine Ausstellung gewählt hat.

F.A.GOTT

Dann … eine Galerie, in welcher der Hausherr den Orient liebt und wunderbare Gewebe und textile Arbeiten aus diesen Ländern sammelt.
Ich hätte Themen für diese Textilausstellung in großer Anzahl zur Verfügung. Geblieben bin ich bei dem Versuch das entstandene „Fagottkreuz“ aus Stäben mit dem Turban,  in meinem Fall einer 12 Meter langen  Strickbahn, in Verbindung zu setzen.
Der Turban, im alten Testament oft erwähnt, war eine Kopfbedeckung die in Glaubensbekenntnissen verschie-denster Art eine besondere Stellung eingenommen hatte und immer noch hat. Und war nicht auch der Turban in westlicher Malerei und Mode immer wieder ein Thema? Ein besonderes Textil also, das Anregung genug war aus Worten Bilder zu schaffen.
Bei den Rohrstücken, die in Kreuzform gesteckt sind, spielt besonders die Reihung eine Rolle.
Ein typisches Element im Entstehen von textilen Flächen.
Immer wiederholt sich ein Arbeitsgang.
Steht Faden an Faden, verschlingt sich Masche mit Masche.
Nur so ergeben sich Zusammenhänge im wahrsten Sinn des Wortes.
Die Strickbahnen, denen biblische Texte aufgedruckt sind, enden in einem gewickelten Turbanelement. Die Art den Turban zu wickeln findet man wieder im Abnehmen einer Kette vom Schärbaum.
Wie sich doch bei näherer Betrachtung im Textilen die Dinge gleichen.
Alle anderen Vergleiche, die sich ergeben könnten und wie viele parallele Bilder sich im Kopf entwickeln können, möchte ich den Betrachtern überlassen.

Mein Dank gilt Christa und Ferdinand Aichhorn, Brigitte Leben und Rudi Schamberger für die Möglichkeit diese Arbeit hier zeigen zu können.

Laufbahn : Cordula Hofmann-Molis

F.A.GOTT

Rauminstallationen mit 1878 Mundstücken eines Fagotts,
gestrickten Bahnen und weißen Hemden
Videoinstallation F.A.GOTT

  Fagott1 Fagott2  

FAGOTTKREUZ

 
Fagottmusiker
FAGOTTKONZERT
 
  Strickbahnen weisser Turban Detail
STRICKBAHNEN
 
 
Vernissage1
Vernissage2
Bilder der Vernissage