Johann Schwarz

Johann Schwarz
1963 in Hallein geboren, 1977-81 Fachschule für Holz- und Steinbildhauerei, seit 1990 freischaffender Bildhauer. Johann Schwarz kommt zwar aus der klassischen Bildhauerei, arbeitet aber seit längerer Zeit mit biologisch gegerbtem Schweineleder.
Seine Objekte sind etwas ganz Besonderes und von der Technik her unvergleichlich.
Johann Schwarz entdeckte durch Zufall die Wirkung von oxidiertem Eisen auf Leder und nutzt seither diese Erkenntnis für seine künstlerische Arbeit.
Mit fototechnischen Mitteln überträgt er seine Bildvorstellungen  auf die Tierhaut, wobei durch ein spezielles Verfahren das aufgetragene  Eisenpulver mit dem Leder reagiert, sodass dunkle Farb­pigmente von hinten her durch die Lederschicht dringen und auf der Vorderseite erscheinen. Die auf Keilrahmen aufgezogenen Tierhäute wirken wie tätowiert und zeigen schemenhaft feiner oder gröber gerasterte Abbilder.
Johann Schwarz macht auf diese spezielle Weise auf interessante, wichtige oder berühmte Persönlichkeiten aufmerksam, die sich aber nicht sofort auf den ersten Blick erschließen. Man muss genau hinsehen, oder eher ungenau mit halb geschlossenen Augen, um die Personen erfassen zu können. Auch ist eine gewisse Distanz zu den Werken notwendig, damit sich die Punkte zu einem menschlichen Gesicht zusammenfügen können.
In den Arbeiten von Johann Schwarz bekommt der Satz „die Haut zu Markte tragen“ eine neue Bedeutung. Die Schweinehaut ähnelt in ihrer Struktur mit den Poren sehr stark der Menschen­haut. Manche der dargestellten Personen haben reinen Marktwert, sie stellen sich freiwillig in der Öffentlichkeit dar, tragen ihre Haut zur Schau, wie z.B. Paris Hilton.
Die Haut ist äußere Hülle, Erscheinungsbild nach außen.
Andere Exponate zeigen Persönlichkeiten, die etwas Großes geleistet haben. Es ist dabei interessant, wie unterschiedlich man die Bilder wahrnimmt. Bei Arbeiten, die verstorbene Personen zeigen, erinnert die Haut an Mumien, an Reliquienhüllen, an vergilbtes Pergament. Bei anderen  Arbeiten meint man, durch die Haut durchsehen zu können, der milchig getrübte Eindruck zeigt die Menschen undeutlich, wie unwirklich, verschwindend. Da man das Konkrete nicht wirklich scharf sieht, nimmt man die abgebildeten Persönlichkeiten stärker als beseelte Wesen wahr, - die Menschen und ihre besonderen Leistungen hinter ihrer äußeren Fassade. Jedes einzelne dieser Werke von Johann Schwarz hat etwas Rätselhaftes, Geheimnisvolles und lässt den Betrachtern Spielraum für eigene Interpretationen.

Brigitte Sindinger-Leben

HAUTBILDER - Johann Schwarz
Foto
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Farbpigmente auf Leder
Ausstellungsraum
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Detailaufnahmen
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