Carmen Pfanner

Carmen Pfanner

Carmen Pfanner lebt und arbeitet in Dornbirn.

Der Titel der Ausstellung „liquid–gas–solid“ lädt dazu ein, die verschiedenen Aggregatszustände zu betrachten. Diese physikalishen Begriffe zeigen sich exemplarisch auch in der Vielfalt der künstlerischen Konzepte und bildnerischen Arbeiten von Carmen Pfanner. Die Werke stehen in Verbindung mit Energieflüssen, Rückflüssen und Umwandlungen. Dies kommt speziell in den mehrteiligen Installationen zum Ausdruck.
Die archaischen Maschinenbilder der Installation „Kraftwerk“ beziehen sich auf eine Welt, in der die industrielle Technik noch greifbar und beherrschbar scheint. Technische Abläufe sind in den textilgrafischen Bauplänen und im Objekthaften spürbar. Das Verhältnis der Bauteile untereinander, die Abhängigkeiten und Wechselwirkungen zeigen sinnliche Spuren von Leben in einer technisierten Welt.
Im Gesamtkonzept des Zyklus „Kraftwerk“ kommt die unmittelbare Körperlichkeit in ihrer Farbigkeit aus Fleisch und Blut vor allem in satten Rottönen zum Ausdruck. Das weiche, organische, biologische Material Latex kombiniert mit der textilen Technik unterstützt die individuelle Formensprache von Carmen Pfanner. Die Kompositionen variieren je nach Ausstellungsraum auf ganz eigenständige Weise und funktionieren als Work in Progress.

Im Kontrast dazu steht die im rechten Raum der Galerie präsentierte Arbeit „Plastique“. Sie verlässt die industriell geprägte Maschinenwelt und widmet sich der darauf folgenden Konsum- und Medienwelt.
So, wie sich die Sichtbarkeit – und Verständlichkeit – der technischen Bedingungen unserer Existenz verringert, ziehen sich die Bauteile in den Hintergrund zurück. Die kraftvolle physische Präsenz der Maschine weicht der kühlen Atmosphäre einer Datenwelt. Die Farbgebung wechselt zu distanzierterem Pastell.
Der textil umgesetzte Bauplan und die mehrteilige bühnenbildhafte Inszenierung des Interieurs geben den Blick frei nach innen. Die Objekte scheinen sich jeder Schwerkraft zu entziehen, die semitransparente Außenhaut erzeugt den Eindruck des nicht Greifbaren.
Form, Farbe und Gestalt werden wie der Hauch einer Vorstellung nur angedeutet.

Dort, wo die französische Künstlerin Orlan in den 1980er Jahren begonnen hat, mittels plastischer Chirurgie ihren Körper zu transformieren und den Akt der Verwandlung in Kunst zu transferieren, steht Carmen Pfanner mit ihrer Arbeit auf der Gegenseite dieses Prozesses. Sie weiß um die Faszination dieser Traum-, Trug- und Götzenbilder. Sie spielt ironisch damit, kalkuliert aber gleichzeitig den Schrecken mit ein, der sich auftut, wenn künstlich idealisierte Modelle zu realen Lebens- und Bezugsräumen werden.

Die Künstlerin versteht es, dem konzeptuellen Ausgang wieder eine körperhafte Form zu verleihen. Durch das Nähen und die Bearbeitung der Materialien verleiht sie den Objekten wiederum eine materielle Präsenz und transferiert sie so wieder in einen stabilen Aggregatszustand.

 

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liquid - gas - solid
Kraftwerk corps boutique Werk1
Kraftwerk corps plastique Baumwolle mit Latex
Werk2 Werk3 Werk4
Detailansichten
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Werk9 werk 11 Werk10
werk 19 werk  
Vernissage-Impressionen
Vernissage1
Ansprache
Vernissage 6
Vernissage 3 Vernissage 4
Vernissage 5
 
Carmen Pfanner mit Maria Wengler Vernissage 2 Vernissage
Vernissage   Vernissage