Laima Orzekauskiene
Laima Orzekauskiene

geboren Ende der 50ger Jahre in Vilnius
1978 – 1985 Studium der Textilkunst am Kaunas Art Institut in Vilnius
1996 – 2007 Assistenzprofessur am Kaunas Art Institut in Vilnius
seit 2006 Professur an der Kunstakademie Vilnius

Auszeichnungen
1999  Preisträgerin der Internationalen Textilbiennale, Kaunas
2003  Großer Preis der Internationen Textilbiennale, Kaunas
2004  „Outstanding honorable award“ Weltbiennale Shanghai
2007    Staatspreis der Republik Litauen

Einzelausstellungen
1994  Gallery Sarslev, Dänemark
1994  Gallery Sarslev, Dänemark
2004  Galery „Box“, Lodz, Polen
2006  Residenz Sanskriti Kendra, Delhi, Indien

Gruppenausstellungen und Wettbewerbe

Von 1987 an Teilnahme an zahlreichen Ausstellungen und Wettbewerben in Litauen, Lettland, Finland, Polen, Belgien, Schweden, Schottland, Ungarn, Deutschland, Italien, Slowakei, Österreich, Dänemark, Japan, USA, China

Die wichtigsten Themen in meiner Arbeit sind die Zeichen und Traditionen, welche im Alltag zu sehen sind. Auf den ersten Blick sind es oft unkonventionelle, tagtägliche Motive und Menschen, die mich inspirieren und mir Ideen geben. Eines dieser tagtäglichen Dinge ist das Stopfen. Ein Moment in meinem Leben wird immer in meiner Erinnerung bleiben – es ist der Tag nach dem Tod meiner Mutter, an dem ich einen ihren weißen, selbst erzeugten Socken halbgestopft aufgefunden hatte. Das Bild meiner Mutter vor ihrem Tod war in meiner Erinnerung schon am verblassen, so war das Stopfen eher eine abstrakte textile Miniatur davon. Ich sehe das Stopfen als traditionelles Ritual das sich in der Form des Textilen ausdrückt. Der weiße, unvollständig gestopfte Socke war etwas, das von meiner Mutter übrig blieb und dies wurde nicht nur ein ganzes System traditioneller  Bedeut­samkeit, sondern auch ein ganzes Feld für meine Kreativität.

Laima Orzekauskiene

Zeitgenössische Kunst aus Litauen
Arbeiten von Laima Orzekauskiene

Vernissage am 3. Juli 2009

 
Porträt
Stadtfrau

Technisch und visuell sind meine Werke auf traditionellen Techniken und alten litauischen Streifenmotiven aufgebaut (traditionelle litauische Streifen sind Teile unserer Nationaltracht). Sie widerspiegeln uralte Webtechniken, in denen es das Hauptmotiv war, die Textur und die konträren Farben in den Streifen zu betonen. Die Techniken und Symbole sind die wesentlichsten Attribute dieser antiken Formen. Meine Ideen setze ich um, in dem ich die Geschichte unseres historischen Erbes mit modernen digitalen Technologien verbinde. Die Methode ist dabei das Weben, das ich als traditionelles Ritual ansehe. Ich teile diesem Prozess sehr viel Wichtigkeit zu.
Mich interessieren antike kulturelle Bilder, wobei ich den transkulturellen Kontext immer im Auge behalte. Ich zeige den Einfluss oder die Auswirkung dieser Kulturen mit einer „einatmen - ausatmen“ Metapher, ohne dabei vorzuschreiben wie sich das Werk offenbaren wird. Aus meiner „einatmen - ausatmen“ Erfahrung heraus glaube ich, dass diese Einflüsse auch in anderen Kulturen sozusagen parallel existieren – also als eine Bedingung der Wahrnehmung und Erläuterung aus dem Werk selbst heraus.
Der Einfluss anderer Kulturen spiegelt sich zu mehr oder weniger größerem Prozentsatz in den modernen litauischen Textilien wider. Im Nachgehen der lokalen Kultur ist es mein Bestreben universelle Bedeutung zu suchen. Beim Studium von spezifischen nördlichen Kulturen fand ich viele transkulturelle Paralellen in der Welt des Textilen.