Brigitte-Clemens

Präsentation von Textilien von Studentinnen des 2. und 4. Semesters des Faches TEXTILES GESTALTEN an der Abteilung für Bildende Künste, Kunst- und Werkpädagogik der Universität Mozarteum.
Der Titel der Ausstellung MIKRO-MAKRO bezieht sich auf den Film „ZEHN HOCH“ von Charles und Ray Eames aus dem Jahr 1977. Als Handlung erlebt man die Reise von den weitest entfernten Gebieten aus dem All, dem Makrokosmos, hin zu den winzigsten Strukturen im Inneren der Zellen dem Mikrokosmos.
In den verschiedenen Textilpraxisbereichen des ersten Studienabschnitts wurde in  diesem Semester zum Thema Mikro-Makro gearbeitet. Die ausgestellten Exponate zeigen die verschiedenen Interpretationen der Thematik, Verkleinerungen oder Vergrößerungen von Wirklichkeit.
Bei den mit Handmodeln bedruckten Kissen sieht man schwarze Muster auf hellem Grund. Erst beim näheren Hinsehen erschließen sich die Motive, nämlich abstrahierte Nähmaschinen, Bügeleisen, Scheren usw.
Was nicht offensichtlich ist, sind die komplexen Abläufe bei der Entstehung der Handmodel-drucke. Die Studierenden brauchen dazu Kompetenzen als Designer, Modelstecher  und Stoffdrucker, erlernen das Handwerk mehrerer Berufe. Bei den schwarz-weißen Applikationen in den transparenten Kästen geht es um das ganz genaue Hinschauen, Hineinschauen, sich Hineinzoomen. Man sieht lineare Gefüge, abstrakte Tierfiguren, geschichtete Stoffe in unterschiedlichem Material. Haarige, glatte, wollige subtile Spuren und Erzählungen.
Die Texte begleiten die textilen Inhalte. Auf der gebatikten Papierbahn erkennt man die feinen Handbewegungen, Wiederholungen, Strukturen, die aus winzigen Einzelelementen aufgebaut sind. Bezüge zu japanischen, indischen und afrikanischen Stoffen sind spürbar. Die wellenförmige Bewegung der technisch perfekten Gewebe läuft durch alle Teile. Dem Entwurf liegt ein mathematisches System zu Grunde, das sich auf den Film „10 hoch“ bezieht. Bei konstanter gleicher Technik und gleichem Material liegt der individuelle Ausdruck im einzelnen Entwurf, in der Sensibilität, wie Farben ausgewählt und kombiniert werden. Dabei muss auf die Partner geachtet werden, weil auch das Gesamte vom Betrachter aus als Einheit empfunden werden soll.
Bei einer Arbeit kann man  einen Gestaltungs-prozess nachvollziehen, das Entwerfen, das Einfärben der Fäden, das Tapisserieweben. Man erkennt den Arbeitsplatz der Weberin, kann ihre Entscheidungen begreifen. Sie lässt sich bei ihrer Arbeit zuschauen. Im linken Raum schließlich glaubt man an Makroästhesie zu leiden, an einer Empfindungsstörung, bei der man Dinge größer wahrnimmt, als sie wirklich sind. Raupen mit Makromelie, mit Riesenwuchs kriechen und krümmen sich über die Wand. Wie ein Makromolekül aus tausenden Atomen aufgebaut ist, sind diese Raupen aus unzähligen Maschen gestrickt. Als Objekte gehören sie in das Gebiet der Makrophysik – Zur Physik der grob-sinnlich fassbaren Erscheinungen.

Sindinger-Leben

MIKRO - MAKRO
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